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 Deutsche Balintawak Group e.V.
Die Deutsche Balintawk Group e.V. wurde 1985 von dem damaligen Haupttrainer Toni Veeck sowie weiteren Mitgliedern u.a. Karl-Heinz Kohl (2.Vorsitzender) und Veronica Veeck (Kasse) gegründet.

Die Anfänge des Karate in Homberg liegen aber noch weiter zurück. Im September 1975 gaben Toni Veeck und sein langjähriger Freund Günter Polaczek im Namen der Kampfsportschule Fritzlar eine Vorführung in der Sporthalle der Theodor-Heuss-Schule Homberg. Diese Kampfsportvorführung war so gut besucht, dass die Zuschauer teilweise keinen Platz mehr auf der Tribüne bekamen. Das Interesse an dem Kampfsport war so groß, dass sich in einer vorläufigen Anmeldeliste ca. 60 begeisterte Zuschauer eintrugen.
Aufgrund des großen Zulaufes, eröffnete die Kampfsportabteilung Fritzlar nach kurzer Zeit eine weitere Abteilung in Homberg. Der damalige Trainer Dieter Porzel übertrug daraufhin die Verantwortung für die neue Gruppe an Toni Veeck, der zu diesem Zeitpunkt erst den Orangenen Gürtel besaß.
Bis 1984 bildete sich Toni Veeck selbst weiter und K.-H. Kohl zum Cheftrainer aus und übertrug Ihm dann die Verantwortung für das Training der Kampfsportschule Homberg. Unter seiner Leitung entwickelten sich weitere Trainer wie z.B. der weiter fortgeschrittene Frank Jäckel und Dirk Vogel.

Was macht unser Karate so besonders Erfolgreich?
Das Training basiert auf dem Aufbau von Kraft und Kondition. Über Jahre, von beginn an bis heute, hat das Training nicht an Härte verloren. Andere Kampfsportvereine verzichten auf diese Art von Ausbildung, da die Härte viele Menschen abschreckt. Unser Training orientiert sich aber an der Realität und zielt auf Effektivität ab. Kraft und Ausdauer sind in einem wirklichen Kampf besonders wichtig. Effektiv wird unser Karate dadurch, dass es nicht das „originale“ japanische Karate ist, sondern ein Mix aus Kampfsportarten wie z.B. Ho-Sin-Do nach Soo-Ung-Choi und Tae-Kwon-Do sowie einigen Elementen aus der Kampfkunst des Arnis/Escrima Balintawak.

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Weitere Infos zu Toni Veeck und dem Balintawak Arnis/Escrima unter necopa.de.
geschrieben von » Thomas Weltin 
 Die Entstehung von Arnis
Der folgende historische Überblick ist sehr kurz und kann darum nicht vollständig sein. Er soll zeigen, welche Einflüsse die geschichtliche Entwicklung auf die Entwicklung der philippinischen Kampfkunst FMA (Filipino Martial Arts) hatte, zu der Arnis gehört.
Arnis wird in unsrem Verein schwerpunktmäßig in der Abteilung Fischbach (necopa.de) gelehrt.

Arnis ist eine philippinische Kampfkunst. Auf den Philippinen hat es über eine lange Zeit viele Einwanderungswellen gegeben, die sowohl von Japan, China und Südostasien als auch von Indien, Indonesien und Arabien ausgingen. Dies führte zu einer starken kulturellen Vermischung auf den Philippinen. Die Immigranten brachten alle ihre eigene, besondere Kampfkunst, ihren Kampfsport und ihre Waffen mit. Das an sich ist noch nicht ungewöhnlich, aber die Art und Weise, wie die Filipinos die verschiedenen Stile übernahmen und ihrer eigenen Kampfkunst einverleibten, ist einzigartig. Über einige hundert Jahre wurde so mit jedem neuen System des Kampfsports verfahren, das durch die Einwanderer die Philippinen erreichte. So entstand das, was wir heute Arnis, Escrima oder Kali nennen. Es gibt zwischen Escrima und Arnis keine Unterschiede. Kali unterscheidet sich auch nur geringfügig von Escrima und Anis. Gewisse kampftechnische Unterschiede ergeben sich durch den stärkeren Messer- bzw. Schwerteinsatz bei Kali.

Später, während der spanischen Besatzungszeit, mussten die Filipinos ihre Kampfkunst heimlich lehren. Das kam dadurch, dass ein Oberhaupt eines einheimischen Stammes, Lapu-Lapu, die Schlacht von Balintawak gewonnen hatte. Er besiegte Magellan und seine spanischen Besatzer, die sich dann von den Philippinen zurückziehen mussten. Magellan selbst wurde getötet.
Einige Jahre später kamen die Besatzer zurück, diesmal mit mehr Männern und mehr Gewehren. Die Philippinen wurden erneut besetzt und blieben bis zum vergangenen Jahrhundert unter spanischer Herrschaft. Die USA kauften den Spaniern ihre philippinische Kolonie ab und behielten diese bis zur japanischen Invasion 1941. Nach dem II. Weltkrieg wurden die Philippinen unabhängig.

Die spanische Besatzung war in zweierlei Hinsicht bedeutsam für die philippinische Kampfkunst. Die Spanier hatten das Tragen von Stichwaffen und das Lernen von Arnis oder anderen Kampfkünsten verboten, so wurde die Kampfkunst im Geheimen gelehrt. In der Regel wurde es nur in der eigenen Familie praktiziert, so dass viele familienspezifische Stile entstanden. Die Richtungen der FMA, die Stichwaffen einbezogen hatten, wechselten zu Holzstöcken, da der Besitz von Stichwaffen angesichts der Besatzer zu gefährlich war. Auf diese Art und Weise wurde der Rattanstock zur wichtigsten Waffe und die Kampftechniken änderten sich entsprechend.
Eine weitere kampftechnische Entwicklung ergab sich durch die Einbeziehung der europäischen Fechttechnik, die die Filipinos von den Spaniern übernahmen.

Arnis ist eine „weiche“ Kampfkunst (vergleichbar mit Aikido), im Gegensatz zum Karate oder anderen Kampfkünsten. Das bedeutet, dass der Kraft des Gegners keine Kraft entgegengesetzt wird, sondern die Kraft des Gegners wird genutzt, um sie gegen ihn selbst einzusetzen. Darum ist Arnis eine sehr effektive Kampfkunst, vor allem auch für Frauen.

Arnis besteht aus einer Vielfalt von Einzeltechniken, die jedoch alle zu einem differenzierten System gehören. Das Arnis System ermöglicht unendlich viele Kombinationsmöglichkeiten von Kampftechniken. Daher haben auch nur einige wenige Arnis-Techniken eigene Bezeichnungen. Normalerweise werden nur größere Gruppen von Techniken namentlich bezeichnet.

Ziel von Arnis ist alle Techniken bis zur „automatischen Reaktion“ zu trainieren, d.h. die Reaktion wird zum Reflex.

Arnis beinhaltet verschiedene waffen- und waffenfreie Systeme. Die wichtigsten sind, der Kampf mit einem oder zwei Stöcken, Kampf mit Stock und Messer („Espada y Daga“), sowie der Handkampf. Diese Systeme sind nicht unabhängig voneinander, wer etwa den Einzelstockkampf beherrscht, wird mühelos den Handkampf erlernen, da diese Systeme an sich die gleichen sind. Egal welche oder wie viele Systeme des Arnis man lernt, es ist letztlich immer das »eine« System, das man lernt.

Arnis selbst ist grenzenlos, d.h. man erreicht nie den Punkt, dass man sagt: „Jetzt habe ich alles von Arnis gelernt, es gibt nichts Neues für mich.“
Arnis kennt keine Grenzen, es gibt durch die vielen möglichen Kombinationen auch immer wieder neue Entwicklungsmöglichkeiten. Nach einem langjährigen Training mit einem guten Trainer kann man den Punkt erreichen, wo das System von Arnis in einem selbst „lebendig“ wird und einen anleitet, also ohne einen persönlichen Trainer oder Lehrer weiterbringt. Diese Verinnerlichung wird auch „natural move“ genannt. Jetzt reagiert man nicht nur automatisch auf einen Angriff, sondern mit einer sehr, sehr guten Technik, die man unter Umständen vorher nichtgelernt hat – rein instinktiv. Den „natural move“ kann man, begleitet von einem guten Lehrer, nach ungefähr 10 – 15 Jahren erreichen. Es kann auch früher gelingen, mancher erreicht es nie.
geschrieben von » Thomas Weltin 
© bY Deutsche Balintawak Group e.V. | impressum | last update: 19. Januar 2017